Google Discover Adds Text-Based Preferences and “Preferred Sources” Button

Google Discover bekommt neue Werkzeuge, um den Feed stärker nach den eigenen Vorlieben auszurichten – und zwar nicht nur über „mehr oder weniger“ Themeninteresse, sondern künftig auch per freier Texteingabe. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt weg von algorithmischer Schätzung hin zu klar formulierten Nutzerpräferenzen, parallel gibt es eine neue Schaltfläche für „bevorzugte Quellen“, die Publisher direkt in ihren Seiten anbieten können.

Was Google neu ankündigt und wie es sich zeitlich entwickelt

  1. Ab 20. August 2026 ergänzt Google Discover einen weiteren Kanal: Nutzer können ihre Interessen ausdrücklich in eigenen Worten vorgeben – als zweite, deutlich direktere Steuerungsmöglichkeit.

  2. Google stellt drei Neuerungen in Aussicht, die alle dem gleichen Ziel dienen: mehr Kontrolle für Leser. Dazu gehört ein interaktiver Button für bevorzugte Quellen, den Publisher auf ihren Seiten einbetten können.

  3. Zusätzlich lässt sich der Discover-Feed per Freitext steuern – über ein Menü an jeder Kartenansicht.

  4. Für Android bringt Google in der App Google News außerdem anpassbare Audio-Briefings als weitere Personalisierungsfunktion.

  5. Für bevorzugte Quellen gilt: Der neue Button ersetzt den bisherigen Umweg über die Kontoeinstellungen. Ein Klick soll die Seite als bevorzugte Quelle hinterlegen, ohne dass der Leser zurück in die Einstellungen wechseln muss – und er kehrt wieder an die Stelle im Artikel zurück, an der er zuletzt war.

Discover lernt „Klartext“: Freitext statt nur „mehr davon“

Bisher konnten Nutzer in Discover vor allem zwischen „Mehr davon“ und „Weniger davon“ wählen. Künftig soll die Steuerung über das Menü mit den drei Punkten jeder Karte noch direkter werden: Nutzer tippen ein, was sie sehen möchten – und was nicht. Google nennt als Beispiele etwa Küchenrenovierungen ausschließlich in nachhaltiger Ausführung oder Videos über Wochenendtrips, wobei solche Beispiele ohne Camping bleiben. Für Gaming- und Hardware-Nutzer bedeutet das, dass Themen wie Grafikkarten, Spiele oder Hardware-Deals gezielter in den Feed gelangt sein sollen, sobald die Funktion auch in Deutschland verfügbar ist.

Laut Google passt sich der Feed unmittelbar an und merkt sich die Eingaben dauerhaft. Neben bisherigem Klickverhalten und Themenrelevanz kommt damit ein dritter Steuerkanal hinzu, der nicht mehr erraten werden muss.

Bevorzugte Quellen: Der Button ist neu, der Mechanismus existiert bereits

„Bevorzugte Quellen“ gibt es bereits seit August 2025. Neu ist jedoch vor allem die Einbettung als Schaltfläche direkt auf Publisher-Seiten.

Google beschreibt folgende Ausrollogik:

  • Start der Button-Funktion in den USA und Indien.

  • Im Dezember 2025 Erweiterung auf alle englischsprachigen Märkte.

  • Seit dem 30. April 2026 ist die Funktion global in allen unterstützten Sprachen verfügbar – inklusive deutscher Suchergebnisse.

Google nennt außerdem Nutzungszahlen, die die Adoption der Funktion belegen: Ende April 2026 sprach Google von über 200.000 ausgewählten Quellen, Ende Mai waren es mehr als 345.000. Mittlerweile liegt die Zahl bei mehr als 600.000.

Praktisch entscheidend ist laut Google weniger die reine Reichweite, sondern der Effekt: Wer eine Seite als bevorzugte Quelle markiert, klickt anschließend laut Googles eigenen Daten doppelt so häufig auf deren Ergebnisse. Google ordnet damit den Klickfaktor als messbaren Nutzen der Präferenzlogik ein.

Deutschland: Freitext & Button vorerst eingeschränkt

In Deutschland funktionieren bevorzugte Quellen bereits. Die beiden konkreten Neuerungen – der neue Button und die Freitextsteuerung in Discover – sind laut Bestätigung aus Deutschland zunächst auf die USA beschränkt.

Google betont zwar, dass eine weltweite Einführung geplant ist, nennt aber keinen Termin.

Ein Abgleich der Google-Dokumentation am 21. August 2026 stützt diese Einordnung: Die englische Fassung wurde am 20. August aktualisiert und enthält den vollständigen Code für die neue Schaltfläche. Die deutsche Fassung war zu diesem Zeitpunkt weiterhin auf dem Stand vom 3. Juni 2026 und kennt lediglich den bisherigen Deep-Link inklusive Grafiken zum Herunterladen.

Unabhängig von Sprache und Version bleibt die Auswahl eingeschränkt: auswählbar sind nur Domains und Subdomains; einzelne Unterverzeichnisse lassen sich nicht direkt markieren.

Was das für Leser und Publisher bedeutet

Google sieht die neuen Möglichkeiten als Hebel für mehr Nutzerkontrolle. Für Publisher kann das laut Einordnung relevant sein, weil zusätzliche, explizite Präferenzen Sichtbarkeit schaffen können – während klassische „Suchklicks“ durch KI-Funktionen unter Druck geraten könnten.

Für Leser ist der zentrale Bruch mit dem bisherigen Discover-Prinzip genau dieser Schritt: Statt ausschließlich algorithmische Nähe anhand von Verhalten zu interpretieren, sollen Nutzer ihre Wünsche inhaltlich klarer angeben können.

Wie man jetzt schon den eigenen Feed auf Hardware, Games und Angebote trimmt

Wer Google nutzt, kann bereits jetzt mit drei Schritten Interessen priorisieren. Zwei davon sind sofort möglich, der dritte hängt vom Rollout der Freitextsteuerung in Deutschland ab:

  1. Bevorzugte Quellen im Google-Konto hinterlegen (z. B. PC Games Hardware; optional auch die Schwesterseite).

  2. In Google News der Redaktion folgen.

  3. Sobald die Freitextsteuerung in Deutschland verfügbar ist: im Menü mit den drei Punkten die eigenen Interessen eintragen.

Muss man dafür ein Google-Konto nutzen?

Ja. Die Auswahl wird kontogebunden gespeichert und gilt geräteübergreifend, solange man angemeldet ist.

Verändert die Auswahl allgemeine Rankings?

Nein. Bevorzugte Quellen werden für das eigene Konto gewichtet, beeinflussen aber keine allgemeinen Suchergebnisse.

Was passiert mit anderen Quellen im Feed?

Andere Seiten verschwinden nicht automatisch. Bevorzugte Quellen werden lediglich bevorzugt eingeblendet; der Algorithmus wird nicht ersetzt, sondern stärker gewichtet.

Kann man die Auswahl wieder rückgängig machen?

Ja, jederzeit über die Quelleneinstellungen im Google-Konto. Eine Wartezeit oder Sperrfrist gibt es nicht.

Für wen lohnt sich das Thema besonders?

Für Fach- und Nischenpublikationen ist die explizite Nutzerpräferenz aktuell einer der wenigen verbliebenen Hebel gegen sinkende Klickzahlen. Für PC Games Hardware wird dabei eine Entwicklung genannt: Seit Jahresbeginn 2026 verzeichnete das Magazin rund 30 Prozent weniger Klicks auf organische Suchtreffer. Diese Entwicklung treffe die Branche insgesamt und werde durch KI-Übersichten sowie den KI-Modus weiter beschleunigt.

Bis die Freitextsteuerung in Deutschland angekommen ist, bleibt für Leser in der Praxis vor allem die bereits verfügbare Auswahl bevorzugter Quellen über den bestehenden Weg relevant – der neue Button soll diesen Prozess künftig lediglich verkürzen.

Marcus Chen is a gaming journalist and industry reporter with more than 10 years of experience. He covers releases, announcements, and trends across PC, PlayStation, Xbox, and Nintendo, and keeps a close eye on the indie scene and esports. Previously an editor at several gaming publications, he now writes news, reviews, and breakdowns of major industry moments—from big showcases to updates on popular titles. His work is aimed at players who want a clear, fast read on what happened and why it matters.