DoubleDown Interactive Pays €55M to Acquire Hamburg Studio Whow Games
Hamburg bleibt ein Hotspot der deutschen Spielebranche: Für die Übernahme von Whow Games hat der südkoreanische Anbieter DoubleDown Interactive offenbar 55 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Damit setzt sich die Welle großer Zukäufe fort, die in den vergangenen Jahren gleich mehrere Hamburger Studios in neue Eigentümerstrukturen gebracht hat.
DoubleDown Interactive kauft Whow Games für 55 Millionen Euro
Whow Games GmbH aus Hamburg trägt nach Angaben zur Transaktion ein Preisschild von 55 Millionen Euro. Bezahlt hat den Betrag DoubleDown Interactive, das damit seine Expansion in Europa vorantreiben will. Als Verkäufer fungierte die niederländische Azerion-Gruppe, die Whow vor vier Jahren übernommen hatte.
Whow Games entwickelt und betreibt Social Online Casino Games – damit sind Free2Play-Spielautomaten gemeint, die unter anderem in großen Online-Portalen integriert werden. Da dabei „nur“ mit virtuellem Geld gespielt wird, sollen die „Einarmigen Banditen“ nicht als reguliertes Glücksspiel gelten. Wirtschaftlich gilt das Modell trotzdem als hochprofitabel, was der genannte Kaufpreis unterstreicht.
Warum Hamburg dabei so stark bleibt
Die Whow-Transaktion reiht sich in eine längere Liste sehr großer Übernahmen Hamburger Spiele-Firmen ein. In den vergangenen Jahren zahlten schwedische Holdings teils zweistellige bis dreistellige Millionenbeträge für Unternehmen wie InnoGames, Goodgame Studios oder Playa Games. Gleichzeitig wird betont, dass sich diese Investitionen überwiegend gelohnt hätten: InnoGames hat erst kürzlich mit Online- und Mobile-Games wie Forge of Empires Einnahmen von mehr als 2 Milliarden Euro genannt.
Die Mischung aus Publishern, Entwicklern, Agenturen und Veranstaltern soll einen Großteil der Arbeitsplätze in der Hansestadt absichern. Als Beispiele werden unter anderem die Deutschland-Standorte von Square Enix und Capcom genannt, außerdem Daedalic Entertainment (Deponia), Osmotic Studios (Closer The Distance) sowie Rockfish Games (Everspace).
Indie-Impulse durch Standortinitiative und Prototyp-Förderung
Neben den größeren Akteuren wird auch die Rolle der städtischen Standortinitiative Gamecity Hamburg hervorgehoben. Insbesondere habe das Comeback der Prototypen-Förderung geholfen, dass vielversprechende Indie-Studios entstehen konnten. Die Förderung soll Gründerinnen und Gründer mit Kapital, Kontakten und Know-how versorgen.
Wer in Hamburg besonders groß ist und was als Nächstes zählt
Im Umfeld der Hamburger Szene werden für die Region unter anderem folgende Firmen bzw. Größenordnungen genannt (Zahlwerte im Material):
- InnoGames – 350
- Stillfront Germany – 335
- Bigpoint – 110
- Gamigo – 100
- Fishlabs – 80
- Sunday – 55
- Whow Games – 50
- Daedalic – 35
- Xyrality – 35
- Rockfish Games – 25
- Tiny Roar – 25
* Stillfront Germany umfasst im Material Goodgame Studios, Playa Games, New Moon sowie Twin Harbour Interactive (ehemals Bytro Labs).
Als weitere dort ansässige Spielehersteller (Auswahl) werden außerdem Capcom Entertainment Germany, GameXcite, Mooneye, Osmotic, Square Enix, Tivola Games und Warner Bros. Entertainment genannt.
Mit DoubleDowns Einstieg in Whow Games dürfte sich für Hamburger Teams vor allem die Frage stellen, wie sich die Free2Play-Online-Casino-Aktivitäten künftig im Europa-Portfolio positionieren. Für die Branche bleibt zudem relevant, ob die beschriebenen Übernahmen im XXL-Format anhalten und ob die Indie-Förderlogik über Prototypen weiterhin neue Studios in der Stadt schneller wachsen lässt.


