35 Years of Linux: From Linus Torvalds’ Post to a SteamOS Gaming Boom
Linux begann als Experiment: Am 25. August 1991 bat der damals 21-jährige Linus Torvalds in einer Usenet-Diskussion um Rückmeldungen zu einem freien Betriebssystem für 386- und 486-Rechner. 35 Jahre später ist daraus nicht nur ein Mainstream-Betriebssystem geworden, sondern auch eine reale Gaming-Alternative auf dem Wohnzimmer-Weg – getragen von SteamOS, Proton und einer langen Kette technischer Meilensteine bis hin zu aktuellen Kernel-Updates.
Worauf es beim Linux-Gaming 2026 wirklich ankommt
- Für viele PC-Spieler ist Linux mit Proton und SteamOS inzwischen eine ernsthafte Alternative zu Windows, solange die gewünschten Spiele keine inkompatiblen Anti-Cheat-Systeme voraussetzen.
- Bestimmte populäre Multiplayer-Titel bleiben gesperrt, weil die entscheidende Freigabe bei Publishern und Anti-Cheat-Anbietern liegt.
- Für Hardware-Käufer wird Linux leichter zugänglich: Erstmals sind fertige SteamOS-PCs möglich, und SteamOS 3.8 wurde offiziell für Gaming-PCs mit Radeon-Grafikkarten freigegeben.
Zeitleiste: Vom Usenet-Post zum Gaming-Ökosystem
1991–2004: Wie aus einem Hobby-Projekt ein Kernel wurde
Torvalds schickte am 25. August 1991 um 20:57 UTC eine Nachricht an die Usenet-Gruppe comp.os.minix. Darin bat er um Feedback zu einem freien System für 386- und 486-Hardware. Das Projekt war als Hobby gedacht – und sollte laut Torvalds ausdrücklich nicht portabel sein.
- Andere Laufwerke als AT-Festplatten würden vermutlich nicht unterstützt werden.
- Linux 0.01 erschien im September 1991 mit rund 10.000 Zeilen Code.
- Die Umstellung auf die GNU General Public License erfolgte Anfang 1992.
- Version 1.0 folgte 1994.
- Tux kam ab 1996 als Maskottchen hinzu.
- Ubuntu wurde 2004 so aufgesetzt, dass Linux erstmals auch für Nutzer ohne Compiler-Kenntnisse zugänglich wurde.
2026: Kernel 7.2 und neue Regeln für Beiträge
Kernel 7.2 datiert vom 16. August 2026 und bringt laut den genannten Punkten Cache Aware Scheduling sowie Large Folios unter Btrfs mit. Ziel sind Änderungen, die auf Latenzen und Ladezeiten einzahlen.
- Seit April 2026 sind im Kernel KI-gestützte Code-Beiträge offiziell erlaubt – unter der Bedingung, dass Entwickler die neuen Transparenzregeln aus der Dokumentation einhalten.
- Für den Fall, dass Torvalds ausfällt, gibt es zudem ein dokumentiertes Nachfolgeverfahren namens Konklave.
- Rust-Unterstützung gilt seit der 7er-Reihe als stabilisiert.
Gaming unter Linux: Die wichtigsten Stationen
Von Doom (1994) bis zur ersten Publisher-Welle
Linux-Gaming startete als Freizeitprojekt: Der id-Programmierer Dave D. Taylor portierte Doom 1994 auf das freie System. Die Shareware-Version wurde anschließend über Linux-CDs und Beilagen von Fachbüchern verbreitet.
Vier Jahre später folgte mit Loki Software ein früher Publisher-Ansatz: Scott Draeker brachte Windows-Titel gezielt auf Linux. genannt werden dabei Civilization: Call to Power, Quake III Arena, Sid Meier’s Alpha Centauri und SimCity 3000.
- Loki meldete im Januar 2002 Insolvenz an.
- Zurück blieben SDL und OpenAL – beide werden bis heute eingesetzt.
- Danach folgte ein Jahrzehnt, in dem Spieler stark auf Wine und dessen kommerzielle Ableger angewiesen waren.
Valve, SteamOS und der Schlüsselschritt über Vulkan
Valve stieg 2012 mit einem Steam-Client für Ubuntu ein und kündigte 2013 SteamOS an. Die erste Steam-Machine-Generation startete 2015 und wurde 2018 wieder eingestellt.
Als technische Wende wird Vulkan genannt: Die Khronos Group veröffentlichte die Grafikschnittstelle im Februar 2016, und zwei Jahre später wurde DXVK mit einer brauchbaren Umsetzung von Direct3D 11 auf Vulkan zum entscheidenden Baustein.
Proton und die Kompatibilitätsschicht: Was sich in den Jahren getan hat
2018: Proton wird veröffentlicht
Valve veröffentlichte Proton im August 2018 – zunächst mit 27 freigegebenen Titeln. Die Kompatibilitätsschicht basiert auf Wine und übersetzt Direct3D 11 und 12 auf Vulkan. 2021 kamen Laufzeitumgebungen für Easy Anti-Cheat und BattlEye hinzu.
Der Unterbau: NTSync und Proton 11
Als besonders wichtiger Schritt wird Kernel 6.14 im März 2025 genannt, konkret der NTSync-Treiber, der Synchronisierungsprimitive von Windows NT nachbilden soll.
- Proton 11.0-1 erschien am 8. Juli 2026 (Basis: Wine-11).
- Proton 11.0-2 folgte am 21. August.
SteamOS im Wohnzimmer: Von Steam Deck bis fertigen Konsolen-PCs
Steam Deck erhöht den Linux-Anteil
Das Steam Deck kam am 25. Februar 2022. Vorher lag der Linux-Anteil auf Steam über Jahre hinweg bei rund einem Prozent.
SteamOS 3.8: Installation auf Radeon-Gaming-PCs freigegeben
Am 22. Juni 2026 gab Valve die Installation von SteamOS 3.8 auf gewöhnlichen Gaming-PCs mit Radeon-Grafikkarten frei.
Eine Woche später startete die Auslieferung der neuen Steam Machine – mit Preisen ab 1.039 Euro. Zusätzlich werden fertige SteamOS-Rechner auch von Drittanbietern genannt, etwa die „Steamroller“ von MetaPCs für 1.299 US-Dollar.
Linux auf Steam: Zahlen, die einordnen – und der harte Engpass
Die Steam-Umfrage vom Juli 2026 weist für Linux 4,01 Prozent aus. Den Rekord hält der März 2026 mit 5,33 Prozent. Windows liegt bei 93,67 Prozent. Größter Einzelposten innerhalb des Linux-Blocks ist SteamOS Holo – das System des Steam Deck.
Wer höhere Werte findet, sollte die Quelle prüfen: Statcounter meldete zuletzt über sieben Prozent Desktop-Anteil, zählt aber Seitenaufrufe statt Geräte. Außerdem geht ein Teil des Wachstums auf KI-Bots zurück.
Warum bestimmte Spiele nicht laufen
Der limitierende Punkt bleibt laut der Zusammenfassung von 2026 nicht Technik, sondern eine Freigabeentscheidung der Publisher.
- Easy Anti-Cheat läuft seit 2021 offiziell unter Linux, aber die Freigabe für einzelne Spiele liegt bei den Studios.
- Genannt werden Blockaden bei Fortnite, Valorant und Battlefield 6.
- Beim DICE-Shooter liegt es am System Javelin, das auf Kernel-Ebene arbeitet und Secure Boot voraussetzt.
- Epic-Chef Tim Sweeney knüpfte 2023 den offiziellen Support an „zig Millionen“ SteamOS-Nutzer.
Wissensbox: Kernel vs. Distribution – und ob SteamOS zwingend ist
Kernel ist nicht gleich Distribution
- Der Kernel ist der Systemkern, der Hardware, Speicher und Prozesse verwaltet.
- Eine Distribution bündelt den Kernel mit Systemwerkzeugen, Paketverwaltung, Treiberpaketen und einer Desktop-Oberfläche zu einem installierbaren Betriebssystem (z. B. Ubuntu, Arch oder SteamOS).
Muss es für Gaming SteamOS sein?
- Nein: Proton läuft auf jeder Distribution mit aktuellem Steam-Client.
- SteamOS liefert zusätzlich eine konsolenähnliche Bedienoberfläche und den passenden Kernel im Auslieferungszustand.
- Einige Multiplayer-Titel schalten Anti-Cheat-Freigaben nur für SteamOS frei, nicht für Fedora oder Ubuntu.
Warum „Linux“ und nicht „Freax“?
Torvalds favorisierte zunächst den Namen Freax – eine Mischung aus „free“, „freak“ und „Unix“. Ari Lemmke, der an der Technischen Universität Helsinki den FTP-Server für die Veröffentlichung betreute, legte dort stattdessen ein Verzeichnis namens linux an. Unter diesem Namen erschien im September 1991 die Version 0.01.
35 Jahre Linux: Öffentliche Würdigung im Oktober
Offiziell gefeiert wird im Oktober: Die Linux Foundation stellt den Open Source Summit Europe in Prag unter das Thema „35 Jahre Linux“. Torvalds wird dort erwartet.


