Steam Machine eGPU Mod: RX 9070 XT via M.2/OCuLink Hits Big FPS Gains
A Steam Machine lässt sich offenbar als echte eGPU-Basis nutzen: Ein Modder hat anstelle der internen SSD den M.2-Steckplatz über einen OCuLink-Adapter für eine AMD Radeon RX 9070 XT umgebaut und damit in 4K teils massiv mehr Bildrate erzielt. Die Messungen zeigen allerdings auch klare Grenzen durch die Steam-Machine-Basis-Hardware.
So funktioniert der Umbau: M.2 statt SSD, OCuLink nach außen
Valve vermarktet die Steam Machine als Wohnzimmer-Konsole, im Kern steckt aber ein Linux-PC. Genau diese Bauweise macht den Umbau möglich: Der interne M.2-Steckplatz ist frei zugänglich, und ein Nutzer entfernte die werkseitig verbaute SSD, um einen M.2-zu-OCuLink-Adapter in den freien Slot einzusetzen.
Für den Grafikpart wurde eine offene Erweiterungsplatine, der Aoostar EG01, verwendet. Darauf steckt die Radeon RX 9070 XT (RDNA 4). Der Adapter wird über ein Flachbandkabel mit dem Aoostar EG01 verbunden. Beim Start erkennt SteamOS die RDNA-4-Grafikkarte automatisch als primären Grafikadapter, ohne dass der Besitzer laut den dokumentierten Ergebnissen manuell konfigurieren musste.
- SteamOS erkennt die Radeon RX 9070 XT nach dem Umbau automatisch als primären Adapter
- Das System muss von extern booten, da der einzige interne Datenträger für den Umbau geopfert wird
- Das OCuLink-Kabel benötigt einen offenen Aufbau, weil das Gehäuse offen bleiben muss
Da die Steam Machine weder Thunderbolt noch USB4 bietet, ist der M.2-Steckplatz der entscheidende Weg für eine externe GPU. Valve bindet diesen über PCIe 4.0 an, allerdings mit PCIe 4.0 x4 (vier Lanes), was rechnerisch in der Größenordnung von rund 7,9 GByte/s pro Richtung liegt.
Die Radeon RX 9070 XT ist für PCIe 5.0 ausgelegt und nutzt dafür 16 Datenbahnen – die Hardware ist also deutlich auf mehr Bandbreite ausgelegt als das, was der M.2-Port der Steam Machine hergibt.
Was die Tests zeigen: 183% mehr FPS in Cyberpunk 2077 (4K)
Die Leistungsdaten stammen von ETA Prime, der den Umbau nachgebaut und gegen den Serienzustand vermessen hat. In Cyberpunk 2077 erreicht die Radeon RX 9070 XT über OCuLink in 4K einen Vorsprung von 183 Prozent gegenüber der integrierten Grafiklösung der Steam Machine.
Je niedriger die Auflösung, desto kleiner wird der Abstand: In Full HD liegen es noch bei 69 Prozent, in WQHD bei 58 Prozent. In Shadow of the Tomb Raider fällt der Unterschied moderater aus: dort liegt der Zuwachs über alle Auflösungen bei 42 bis 66 Prozent.
Auch bei konkreten Frameraten werden Unterschiede sichtbar: In Cyberpunk 2077 erreicht der Umbau rund 70 FPS in WQHD bei hohen Details (ohne Upscaling). Ratchet & Clank: Rift Apart läuft in derselben Auflösung mit ungefähr 130 FPS.
Der ursprüngliche Modder hatte zuvor nur Crimson Desert getestet und dort mehr als 100 FPS im Preset „Hoch“ gemeldet, jedoch offenbar nur für einen sehr kurzen Zeitraum von etwa einer Minute.
Die Engpässe: PCIe 4.0 x4 und die 30-Watt-CPU
Die Tests liefern außerdem Hinweise darauf, warum die Steam Machine nicht überall „voll“ skaliert. In den Messungen hielt der Sechskerner der Steam Machine bei allen Kernen nur bei 3,2 GHz, obwohl der Zen-4-Chip laut Spezifikation bis zu 4,8 GHz boosten kann.
Ursache ist die von Valve zugestandene TDP von 30 Watt. In Cyberpunk 2077 lag die Auslastung der Radeon RX 9070 XT dabei bei rund 70 Prozent, während die CPU ebenfalls in einem hohen 70-Prozent-Bereich blieb. Bei Ratchet & Clank: Rift Apart belastet die CPU weniger, wodurch die Grafikkarte nahezu vollständig ausgelastet wird.
Damit lässt sich kein pauschaler „einmaliger“ Aufschlag ableiten: Je nach Spiel verschiebt sich das Bottleneck zwischen PCIe-Anbindung (PCIe 4.0 x4) und CPU-Leistung. Interessant ist jedoch der Umkehrschluss: Selbst mit der auf 30 Watt begrenzten CPU kann die Steam Machine offenbar deutlich stärkere Grafikeinheiten bedienen als es die vorherige Generation (RDNA 3 mit 28 CUs und 8 GiB) tat.
Kosten in Deutschland: rund 1.900 Euro – eher Bastel- als Kaufprojekt
Für Nutzer in Deutschland würde der Umbau als eGPU-Basis finanziell deutlich zu Buche schlagen. Allein für „Würfel“ und Grafikkarte werden mindestens 1.738 Euro genannt. Die Steam Machine mit 512 GByte startet bei 1.039 Euro, während die günstigste lieferbare Radeon RX 9070 XT im PCGH-Preisvergleich am 12. August 2026 bei 699 Euro lag.
Hinzu kommen Dock, ATX-Netzteil, Adapter sowie ein externes Gehäuse für die SSD, zusammen grob weitere 150 bis 200 Euro. Daraus ergibt sich als Gesamtgröße rund 1.900 Euro – außerdem müssen zwei Geräte Platz finden, statt wie vorgesehen nur eines.
- „Unter dem Strich“: rund 1.900 Euro Gesamtkosten für den Umbau
- Zusätzliche Hardware nötig: eGPU-Dock, ATX-Netzteil, Adapter und externes SSD-Gehäuse
- Ein Kaufargument ist das Setup kaum, zeigt aber das Leistungspotenzial einer stärkeren GPU in einer künftigen Steam-Machine-Variante
Was man als Nächstes beobachten sollte
Der Umbau beweist vor allem eines: Die Steam Machine kann mit einer RDNA-4-GPU deutlich mehr Leistung liefern, aber die Plattform setzt Grenzen durch PCIe 4.0 x4 und die 30-Watt-CPU. Als nächstes dürfte es interessant sein zu sehen, wie sich ähnliche Setups bei anderen Spielen verhalten und ob sich die Performance-Engpässe je nach Engine klarer eingrenzen lassen.


