MSI, Gigabyte and Inno3D Raise Prices for GeForce RTX 5000 Cards
Grafikkarten werden ab Herbst 2026 in mehreren Modellreihen spürbar teurer: MSI, Gigabyte und Inno3D haben ihre Vertriebspreise für ausgewählte Varianten von Geforce RTX 5000 und Radeon RX 9000 zum September 2026 angehoben. Besonders betroffen sind Käufer, die zwischen etwa 700 und 900 Euro für eine neue Karte einplanen – und zwar mit mehreren Custom-Designs, bei denen die Aufschläge je nach Kühllösung und Takt variieren.
Die Preisanpassungen wurden innerhalb kurzer Zeit von allen relevanten Boardpartnern nachgezogen. MSI hat die Konditionen für Geforce RTX 5070, Geforce RTX 5070 Ti sowie Geforce RTX 5060 Ti mit 16 GiB zum September 2026 erhöht. Gigabyte und Inno3D legten unmittelbar nach und veröffentlichten eigene Preislisten. Damit sollen binnen einer Woche alle fünf großen Boardpartner neue Konditionen für die betroffenen Modelle bereitgestellt haben.
In den Preislisten fällt allerdings auf, dass einige Modelle der Geforce RTX 5000-Familie nicht auftauchen, obwohl sie zuvor bereits in früheren Preisrunden teurer geworden waren. So werden Geforce RTX 5050, Geforce RTX 5060 und Geforce RTX 5090 in den aktuellen Listen von MSI, Gigabyte und Inno3D nicht aufgeführt. Der Grund für das Fehlen der RTX 5090 wird dabei mit einer bereits früheren, separaten Verteuerung erklärt: Nvidia habe die Blackwell-Speerspitze im Mai 2026 gesondert angehoben.
Auslöser: Nvidia- und AMD-Vorgaben plus teurerer Speicher
Die neuen Listen wurden am 4. September 2026 über die jeweiligen WeChat-Kanäle der Hersteller veröffentlicht. Das betrifft zunächst den chinesischen Vertrieb, wo die Boardpartner ihre Konditionen gegenüber Distributoren anpassen. Die eigentliche Ursache liegt jedoch eine Stufe darüber: Nvidia hatte seinen Boardpartnern bereits Ende Juli eine Preiserhöhung von 20 bis 30 Prozent für Kits aus Blackwell-Grafikprozessor und Grafikspeicher angekündigt. AMD wiederum stellte für das dritte Quartal 2026 mindestens 10 Prozent höhere Preise in Aussicht.
Den Ausschlag gibt am Ende der Speicherpreis: Samsungs Forderung nach rund 20 Prozent mehr für DRAM schlägt direkt auf GDDR6 und GDDR7 durch. Da Speicher in der Stückliste als besonders volatil gilt, geben die Boardpartner die gestiegenen Kosten nun weiter. Für den Vergleich: Die Aufschläge sollen in dieser September-Runde insgesamt niedriger ausfallen als in der Juli-Anpassung, summieren sich über die Monate aber weiter.
Welche Karten steigen – und was heißt das für Deutschland?
Bei der Geforce RTX 5070 setzt MSI in dieser Runde laut den Preislisten den größten Einzelaufschlag an. Je nach Custom-Design sollen zusätzliche 200 bis 600 Yuan fällig werden, umgerechnet etwa 30 bis 90 US-Dollar. Für die RTX 5070 Ti nennt MSI eine Erhöhung von 200 Yuan (rund 29 US-Dollar), während die Geforce RTX 5060 Ti mit 16 GiB um 100 Yuan (rund 14 US-Dollar) teurer wird. Auch bei diesen Modellen spielt die konkrete Ausführung eine Rolle: Kühler und Werkstakt bestimmen, wie stark der Aufpreis im Endprodukt ausfällt. Bemerkenswert ist dabei, dass der kleinste MSI-Aufschlag ausgerechnet bei der RTX 5060 Ti 16 GiB liegen soll, während die RTX 5070 mit 12 GiB den größten Aufschlag bekommt.
Inno3D trifft dagegen mehrere Stufen innerhalb des Portfolios. Die Geforce RTX 5080 verteuert sich um 500 Yuan (rund 74 US-Dollar), die RTX 5070 Ti um 300 Yuan (rund 44 US-Dollar) und die RTX 5070 um 200 Yuan (rund 29 US-Dollar). Für alle anderen Karten in Inno3ds Listen soll es keine Änderungen geben. Ein einheitliches Muster nach Speicherausstattung lässt sich dabei nicht erkennen.
Gigabyte geht parallel auch bei Radeon-Karten mit in die September-Runde. Für die Radeon RX 9070 XT sollen 200 Yuan mehr anfallen (rund 30 US-Dollar). Die Radeon RX 9060 XT wird bei Gigabyte mit 200 bis 250 Yuan Aufschlag (rund 29 bis 37 US-Dollar) belastet – sowohl für die 8- als auch die 16-GB-Variante. Den höchsten Aufpreis im Gigabyte-Portfolio trägt zudem die Radeon RX 7650 GRE mit 400 Yuan (rund 59 US-Dollar), ein Modell, das ausschließlich für den chinesischen Markt aufgelegt wurde.
Spannend ist der Detailvergleich bei Geforce: Für die Geforce RTX 5060 Ti 16 GiB soll Gigabyte 200 Yuan mehr verlangen – damit rund doppelt so viel wie MSI für dieselbe Karte. Der niedrigere Preisvorteil von Radeon gegenüber Geforce basiert laut Einordnung vor allem auf dem günstigeren GDDR6-Speicher, genau dieser wird jedoch nun ebenfalls teurer. Das könnte die bisherigen relativen Vorteile einzelner AMD-Modelle abschwächen.
Wie stark sich das in Deutschland bereits bemerkbar macht, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vollständig absehbar. Für den stationären Markt werden als Zwischenstand Bestpreise gängiger Grafikkarten seit Mitte August um 4,3 Prozent höher beziffert, gemessen bis zum 1. September 2026. Diese Zahl soll noch die Juli-Runde widerspiegeln, die wegen vorhandener Lagerbestände erst mit gut vier Wochen Verzögerung in den Ladenpreisen sichtbar wurde. Die neuen September-Anpassungen stehen demnach erst am Anfang der Lieferkette.
Eine Preisstichprobe zeigt den Ausgangspunkt für die RTX 5070: Am 5. September 2026 kostet die günstigste Geforce RTX 5070 von Gigabyte, das Windforce-OC-SFF-Modell, ab 729,90 Euro. Die Gaming-OC-Variante liegt bei 819,99 Euro. Zum Marktstart im März 2025 hatte Nvidia eine UVP von 649 Euro genannt, womit der Abstand aktuell bei etwa 12 Prozent beziehungsweise 26 Prozent liegt – bevor die September-Runde überhaupt vollständig im Handel ankommt.
Für Kaufinteressenten ergibt sich daraus ein praktischer Zeitrahmen: In den kommenden vier bis sechs Wochen sind weitere Preisschritte im deutschen Einzelhandel zu erwarten, vor allem in den Preisregionen um 700 bis 900 Euro. Wer eine RTX 5070, RTX 5070 Ti oder RTX 5060 Ti 16 GiB plant, sollte aktuelle Angebote besonders vergleichen, da die Herstelleraufschläge noch nicht überall vollständig eingepreist sein dürften. Gleichzeitig betrifft die Entwicklung auch Radeon-Modelle – und damit könnte der bisherige Speicher-bedingte Preisvorteil einzelner AMD-Varianten weiter schrumpfen.


