House of Games Berlin Launches €4.6M Prestige Project Ahead of September Vote
Berlin steht in den kommenden Monaten gleich doppelt im Fokus: Am 20. September wird ein neues Parlament gewählt, während die Stadt parallel mit dem „House of Games“ ein Prestigeprojekt mit einer Investition von 4,6 Millionen Euro anstößt. Gleichzeitig zeigt sich in der Berliner Games-Branche, wie stark die internationalen Markttendenzen auch hier durchschlagen – von Büro-Schließungen bis zu Personalabbau bei großen Arbeitgebern.
Berlin bereitet „House of Games“ als neuen Branchen-Hub vor
Das Land Berlin investiert 4,6 Millionen Euro in das Projekt „House of Games“. Geplant ist, dass es ab Ende 2026 unter anderem Ubisoft Berlin sowie die Geschäftsstelle des Branchenverbands beherbergt. In der Gesamtschau soll das Vorhaben die Rolle der Stadt für die deutsche Computerspiel-Politik sichtbar machen.
Was die Hauptstadt in der Games-Landschaft zusätzlich auf die Beine stellt
Neben dem neuen Projekt positioniert sich Berlin auch über weitere Strukturen und Events: Für das kommende Jahr ist die Stadt Gastgeber beim Deutschen Computerspielpreis. Außerdem gibt es die „Esports Academy Berlin“, das Computerspielemuseum sowie etablierte Kongresse und Festivals wie A MAZE.
Wie viel Förderung aus Berlin-Brandenburg bei Studios ankommt
Der Berliner Senat leitet über das Medienboard Berlin-Brandenburg fast 4 Millionen Euro pro Jahr an lokale Studios weiter. Diese regelmäßige Unterstützung ist in der Szene als wichtiger Faktor spürbar, die sich als besonders lebendig und kreativ beschreibt.
Berlin als Standort: Wer das Geschäft mitprägt
Die Berliner Games-Industrie wird als dynamisch, bunt, vielfältig und international beschrieben. Prägend ist dabei nicht nur die Entwicklung selbst, sondern auch eine breite Dienstleister- und Agenturlandschaft, darunter Kanzleien, E-Sport-Organisationen und weitere Partner.
Einbruch bei Mobile- und Online-Games trifft auch Berlin
Trotz der Vielfalt ist die Branche nicht immun gegen die globale Unwucht in der internationalen Games-Industrie. Besonders kleine und große Entwickler von Mobile- und Online-Games wurden demnach hart getroffen – mit konkreten Folgen für Büros und Unternehmensgrößen.
Beispiele für harte Einschnitte
- Die Beteiligung von Supercell an Metacore führte dazu, dass das Büro nach weniger als drei Jahren wieder geschlossen werden musste.
- Take-Two verkleinerte den Hyper-Casual-Publisher Popcore deutlich und verlegte den Firmensitz nach München.
Personalabbau: Viele Betriebe reduzieren Stellen
Ein Abgleich der Zahlen mit dem Vorjahr zeigt, dass nahezu alle Betriebe Personal abbauen mussten. Das betrifft auch den größten Games-Arbeitgeber der Stadt: Wooga.
Wooga als Beispiel: Rückgang bei der Belegschaft
Wooga erzielt mit Wimmelbild-Spielen einen deutlich dreistelligen Millionen-Umsatz. Trotzdem trennte sich das Unternehmen im Sommer 2025 von 50 der 300 Beschäftigten.
Die größten Games-Unternehmen in Berlin (nach Mitarbeitenden)
Die folgende Liste nennt die größten Games-Unternehmen in Berlin nach Mitarbeiterzahlen. Die Angaben sind teils gerundet und basieren auf Unternehmensangaben, Geschäftsberichten sowie eigener Recherche.
- Wooga – 250
- Gameduell – 135
- Kolibri Games – 120
- Sandbox Interactive – 120
- King – 110
- Ubisoft Berlin – 100
- Yager – 80
- Wargaming Europe – 75
- Klang Games – 65
- Softgames – 60
Weitere Unternehmen auf den weiteren Rängen
Zusätzlich sind unter anderem folgende Studios und Player in der Berliner Games-Landschaft vertreten (alphabetisch sortiert):
- Blue Backpack Games
- ByteRockers’ Games
- Com2Us Europe
- Epic Games Germany
- Gamebook Studio
- Honig Studios
- Mad About Pandas
- Megagon Industries
- Paintbucket Games
- Starberry Games
- Stratosphere Games
- Torpor Games
- Voya Games
Politischer Wechsel möglich: „Tennis-Affäre“ verändert Pläne
Berlin wählt am 20. September ein neues Parlament. Unabhängig vom Ausgang müssen andere politische Kräfte das Prestigeprojekt „House of Games“ weiter vorantreiben. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) tritt nach der „Tennis-Affäre“ nicht erneut an, während Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) nicht über die Landesliste abgesichert ist.


