Cutout on Steam: Hack-and-Slash Horror in a Paper-Cutout World

Ein neuer Hack-and-Slash-Titel bahnt sich seinen Weg auf Steam: Cutout, ein düsteres Märchen, das Action, Horror und ein starkes Horrorkonzept mit einem bewusst „harmlos“ wirkenden Bastel-Look kombiniert. Hinter der papiernen Fassade steckt jedoch ein Setting über Ausgrenzung, Identität und einen Preis für Akzeptanz – und die Kämpfe sollen das Thema auf unerwartet direkte Weise in die Mechanik übersetzen.

Ein Diorama als Horror-Tool: Warum der Stil mehr ist als Deko

Cutout setzt auf einen auffälligen Artstyle, der an ausgeschnittene Bastelarbeiten erinnert: Das Spiel kombiniert gemalte 2D- und 3D-Elemente, um eine Welt zu schaffen, die „aus Pappe, Papier und Haushaltsgeräten“ bestehen könnte – und laut den gezeigten Details auch genau so gebaut ist. Die Entwickler nutzen dabei Photogrammetrie, um echte Alltagsgegenstände und Kunstwerke in die Szenerie zu integrieren.

Auch Licht und Atmosphäre folgen dem Konzept: Selbst die Beleuchtung soll über Schatten von ausgeschnittenen Formen entstehen. Die Hauptfigur Lena sowie die übrigen Charaktere sind handgezeichnet, während die Umgebung aus Karton und Krimskrams gestaltet wird. Damit ist der Stil nicht nur Oberfläche, sondern ein erzählerisches Mittel: Die „zerbrechliche“ Optik macht die Bedrohung im Spiel gleichzeitig greifbar und verstörend.

Kindliche Sehnsucht trifft auf Korruption: Welche Geschichte Cutout erzählt

Die Rahmenhandlung dreht sich um ein Kindheitsmotiv, das im Spiel bewusst nicht romantisiert wird: Neben dem Wunsch nach Zugehörigkeit spielen auch Korruption, Fragen nach der eigenen Identität und eine Form systematischer Grausamkeit eine Rolle. Lena gilt in ihrem Dorf als Fluch – sie wird verstoßen, während sie hofft, mit einem mächtigen Zepter Macht zu erlangen und doch akzeptiert zu werden. Dieser Weg ist jedoch nicht kostenlos.

Wie sich das Abenteuer entwickelt, soll nicht starr sein: Entscheidungen und Verhalten beeinflussen das Ende. Die Spielzeit für einen Durchlauf wird mit etwa 7 bis 8 Stunden beziffert. Gleichzeitig soll genau dieser Faktor den Anreiz liefern, Cutout mehrmals zu spielen und unterschiedliche Wege auszuprobieren.

Gameplay-seitig bekommt das Thema „Angst vs. Mut“ ebenfalls Gewicht: Lena kann vor Gefahren wegrennen und so manche Situationen umgehen. Alternativ kann sie sich auch entscheiden, sich zur Wehr zu setzen – und damit in gefährliche Situationen hineinzugehen, statt ihnen auszuweichen.

  • Entscheidungen und Spielverhalten wirken sich auf das Ende aus
  • Ein Durchlauf dauert etwa 7–8 Stunden
  • Lena kann Risiken vermeiden oder sich stellen
  • Die Geschichte verbindet Ausgrenzung und Identität mit Horror-Themen

„Cut and Paste“: Kampfmechanik, die Körperhorror in Builds übersetzt

Wo viele Hack-and-Slashs auf rohe Gewalt setzen, geht Cutout einen Schritt weiter: Die Entwickler präsentieren eine Combat-Mechanik namens „Cut and Paste“. Dabei schneidet Lena ihren Gegnern Gliedmaßen ab, um deren Kernfähigkeiten, Bewegungen und Kampfoptionen zu rauben und zu erlernen.

Die Idee ist dabei klar: Lena übernimmt damit nicht nur Angriffe, sondern konkrete Kampftools, die je nach Gegner verfügbar werden. Gleichzeitig soll der papierartige Look die eigentlich blutige Vorgehensweise „verharmlosen“ – was nicht nur für einen besonderen visuellen Kontrast sorgt, sondern auch für den Eindruck, dass das System mehr als eine reine Effekthülle sein will.

Ein direktes Detail aus der Vorstellung macht das Konzept besonders eingängig: Lena kann laut den gezeigten Informationen Gliedmaßen auf dieselbe Art übertragen wie ein bekannter Boss aus Elden Ring, der sich Körperteile anderer Kreaturen und Menschen einverleibt, um daraus Kraft zu ziehen. Das Spiel wird hier explizit in einen Vergleich gerückt: Cutout greift dieses Prinzip im Kern auf – nur eben in einem selbstironisch wirkenden, bastelartigen Gewand.

Warum Spieler jetzt schon hinschauen: Stil, Entscheidungen und Tonalität

Cutout wirkt bereits vor Release wie ein Titel, der bewusst mit Erwartungen spielt: Auf der einen Seite steht ein Look, der an handgemachte Unschuld erinnert. Auf der anderen Seite geht es um Ausgrenzung, Verletzlichkeit und eine Welt, die zugleich gefährlich und stimmig wirkt. Genau diese Mischung wird als Teil dessen beschrieben, was das Projekt früh emotional greifbar machen soll.

Für Spieler ist das vor allem aus drei Gründen interessant: Der Artstyle ist nicht nur auffällig, sondern soll Atmosphären und Themen tragen. Die Geschichte setzt auf Entscheidungen, die das Ende beeinflussen. Und die Kämpfe sollen durch „Cut and Paste“ eine nachvollziehbare Basis für unterschiedliche Kampfstile liefern – statt nur stumpfem Durchwischen.

Mit Cutout kommt damit ein Hack-and-Slash auf Steam, der das Genre nicht nur mit Horror färbt, sondern die „zerbrechliche“ Optik und den grausamen Kern bewusst gegeneinander ausspielt. Wenn das Konzept beim Release die versprochenen Mechanik- und Story-Schwerpunkte trifft, könnte es sich 2027 als deutlich eigenständige Alternative in einer ohnehin überfüllten Hack-and-Slash-Landschaft positionieren.

Marcus Chen is a gaming journalist and industry reporter with more than 10 years of experience. He covers releases, announcements, and trends across PC, PlayStation, Xbox, and Nintendo, and keeps a close eye on the indie scene and esports. Previously an editor at several gaming publications, he now writes news, reviews, and breakdowns of major industry moments—from big showcases to updates on popular titles. His work is aimed at players who want a clear, fast read on what happened and why it matters.