The Sinking City 2 Review: Survival-Horror Lovecraft With Solid Atmosphere
Denniss hat The Sinking City 2 getestet, und sein Fazit fällt klar aus: Das Lovecraft-Gruselabenteuer setzt spürbar auf klassisches Survival-Horror-Gameplay, liefert eine dichte Atmosphäre und wirkt technisch solide – auch wenn Budget- und Design-Kompromisse an einigen Stellen sichtbar werden.
Lovecraft-Setup ohne Vorwissen: Calvin, Faye und ein folgenschweres Ritual
Für den Einstieg braucht man laut Test ausdrücklich kein Wissen aus dem Vorgänger. Die Verbindungen beschränken sich auf das Setting: ein fiktives Amerika der 1920er-Jahre im Kosmos von H.P. Lovecraft.
Spieler schlüpfen in die Rolle von Calvin, der gemeinsam mit seiner Partnerin Faye einen verhängnisvollen Fehler begeht. Statt aus dem überfluteten Arkham zu fliehen, suchen sie nach mystischen Artefakten und führen okkulte Rituale durch.
- Ein Ritual geht schief und versetzt Faye in einen Zustand, aus dem sie nur durch ein weiteres Ritual wieder erwachen kann.
- Calvin kennt diesen Zusammenhang nicht und setzt stattdessen auf eine Reise über verwinkelte Wasserwege – mit dem kleinen Motorboot – bis zur nächsten Bibliothek.
- Von dort aus geht es weiter in Richtung „verbotener Abteilung“, um Antworten zu finden.
Survival-Horror mit klassischen Vorbildern und einem klaren Fokus
Das Spiel orientiert sich stilistisch an bekannten Survival-Horror-Mustern: Man denkt an Titel wie Resident Evil 2 oder Silent Hill 2, aber ohne deren moderne Actionhelden. Stattdessen steht das Gefühl im Vordergrund, sich in einem überfluteten, von Monstern und Untoten dominierten Arkham zu behaupten.
Der Test betont dabei besonders die Stimmung: Cutscenes und skurrile Nebenfiguren lockern die rund 13 Stunden lange Rettungsmission immer wieder auf. Später im Abenteuer soll Calvin dank einer okkulten Maske auch mit seiner großen Liebe sprechen können.
Gameplay: Inventar, Karte, Verfolger – und ein Perk-System über die Maske
- Enges Inventar und manuelles Speichern in Schutzräumen, die zugleich eine Lagertruhe enthalten.
- Crafting von Heilung und Munition.
- Eine sehr übersichtliche Karte: Sie zeigt Wege, verschlossene Bereiche, ungelöste Rätsel und liegende Items.
- Das Spiel signalisiert „alles erledigt“, wenn die Raumfarbe auf der Karte von rot zu blau wechselt.
- Mehrere nervige Verfolger halten Spieler in Arealen ständig unter Druck.
- Upgrade-System: Eine seltene okkulte Ressource wird gegen sockelbare Perks getauscht.
- Beispielhafte Perks: mehr Schaden mit der Pistole bei ausgeschaltetem Taschenlampenlicht oder mehr Gesundheit durch Heilmittel.
- In die okkulte Maske lassen sich bis zu vier Perks sockeln.
Technik, Performance und Barrierefreiheit: PS5 Pro im Leistungsmodus
Im Test gab es laut Bericht keinerlei Probleme mit Bugs. Auf der PS5 Pro lief das Spiel demnach „tiptop“, gespielt wurde im Leistungsmodus mit 60 fps.
Grafisch werden allerdings an mehreren Stellen Abstriche genannt: Gesichter und einige große Monster seien nicht besonders gut animiert, und auch das Wasser wirke leicht „krisselig“ – ein Hinweis darauf, dass es sich um ein AA-Spiel handle. Gleichzeitig wird die stimmige Gesamtwirkung gelobt: überflutete Straßen, 1920er-Charme und detaillierte Schauplätze passen gut zusammen.
Barrierefreiheit laut Test
- Keine komplett freie Tastenbelegung.
- Sehr gute englische Vertonung mit deutschen Untertiteln.
- Vier Schwierigkeitsgrade, inklusive eines Modus, der unverwundbar macht.
- Optionale Zielhilfe und automatisches Nachladen.
- Motion Blur lässt sich deaktivieren.
- Optional reicht es beim Zielen, Rennen und bei QTEs aus, die jeweilige Taste kurz zu drücken statt sie dauerhaft zu halten.
Stärken und Schwächen: Gegnerzahl, Bosskampf-Qualität und weniger Gore
Der Test ordnet das Spiel als „vertraut“ ein – Entwickler Frogwares halte sich beim Survival-Gameplay sehr eng an bewährte Rezepte aus dem Genre. Das Ergebnis sei über weite Strecken spielerisch spaßig: Kämpfe gegen schlurfende Zombies sowie Begegnungen mit kleinen, flinken Tentakel-Monstern werden als Beispiel genannt, die aus kurzer Distanz anspringen und dann wieder verschwinden.
Ein großer, einzigartiger Gameplay-Twist wird jedoch nicht erwartet. Abseits des Perk-Systems bleibt das Angebot eher schlicht.
Wo Abstriche gemacht werden müssen
- Im gesamten Spiel gibt es nur drei Standardgegner – gemessen an der Spielzeit sei das zu wenig.
- Miniboss-Recycling werde besonders im letzten Drittel als zu stark empfunden.
- Bosskämpfe gelten als spielerischer Tiefpunkt.
- Ein optionales Hinweis-System zum Lösen von Rätseln wurde ins Menü integriert: Hinweise platzieren, verketten und als Belohnung eine Ressource erhalten, um Talente bzw. Perks freizuschalten. Die Umsetzung wird als „lieblos“ und „frickelig“ beschrieben und wirke wie ein Relikt.
- Der Gore-Faktor sei deutlich geringer als in neueren Resident-Evil-Teilen; es gäbe zwar eklige Bilder, aber keine klaffenden Unterkiefer oder abgetrennten Gliedmaßen.
Was positiv auffällt
- Calvin trifft im Verlauf nur auf wenige NPCs – die seien aber „in feinster Lovecraft-Manier“ doppelt skurril.
- Es gibt einen optionalen Rätselmodus: Hinweise in Texten werden nicht mehr farblich hervorgehoben.
- Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad herrsche eine gute Balance bei Munition: weder zu viel noch zu wenig.
Ende im Test: Fokuswechsel vom Vorgänger, aber Survival-Horror als Stärke
Am Schluss wird der größte Bruch klar benannt: The Sinking City 2 wechselt von einem Offene-Welt-Detektivansatz hin zu stärkerem Survival-Horror – obwohl der Open-World-Fokus im Vorgänger laut Test großen Anklang fand.
Trotz erkennbarer Ecken und Kanten bleibt die Gesamtbewertung positiv: ein technisch sauberes Lovecraft-Spiel mit durchgängig stimmiger Atmosphäre, das zum Ende hin nochmals „ordentlich aufdreht“.


