Take-Two CEO Strauss Zelnick Explains Why GTA 6 Preorders Aren’t Shared

Take-Two hat den Vorverkauf von Grand Theft Auto 6 seit dem 25. Juni laufen lassen – und gleichzeitig jede konkrete Zahl zu den Bestellungen vermieden. In den jüngsten Quartalsdiskussionen erklärte CEO Strauss Zelnick, warum sein Unternehmen sich nicht festlegen will, selbst wenn das Interesse „weit über den Erwartungen“ liege.

Zelnick machte im Rahmen der Zahlenvorlage am Freitag vor allem klar, dass er die bisher vorliegenden Volumina nicht als verlässliche Grundlage für belastbare Umsatz- oder Verkaufsprognosen betrachtet. Auf ausdrückliche Nachfrage von US-Journalisten und Analysten ließ er nachschieben, dass die Bestellzahlen möglicherweise nicht die Aussagekraft besitzen, die der Kapitalmarkt hineinlesen könnte. „Wir sind nicht überzeugt, dass die Zahlen eine Aussagekraft haben“, lautete seine Kernaussage – weil „massive Nachfrage“ an dieser Stelle zu falschen Erwartungen führen könne, sowohl nach oben als auch nach unten.

Der Hintergrund ist für Zelnick besonders heikel, weil es keine Vergleichswerte gibt. Er verwies darauf, dass man die „Verkaufskurve schlichtweg nicht kennt“, da so etwas zuvor nicht passiert sei. In der Konsequenz seien es für Take-Two nicht die nackten Zahlen an sich, die das Problem darstellen, sondern die Tatsache, dass sie auf weitgehend unerforschtem Terrain stehen. „Vor diesem Hintergrund glaube ich, dass die nackten Zahlen in eine Richtung weisen, mit der wir uns nicht wohl fühlen“, formulierte er die Zurückhaltung.

Während Take-Two also keine eigenen Kennziffern nennt, kursieren am Markt grobe Schätzungen. Der auf Games spezialisierte Marktforscher Newzoo wagte Mitte Juli eine erste Prognose: Ausgehend von der Absatzkurve von GTA 5 kalkuliert das Unternehmen auf Basis einer Woche-1-Spanne bis zu 5,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Solche Werte würden GTA 6 in eine eigene Liga im Entertainment-Bereich katapultieren und selbst große Kino- oder Box-Office-Rekorde deutlich in den Schatten stellen – allerdings bleibt es bei einer Annäherung. „Echte“ Daten lägen nur bei Take-Two Interactive selbst, denn von außen ist das Vorbestellerbild nicht vollständig einsehbar.

Hinzu kommt ein weiterer Grund, warum Vorbestellungen nicht automatisch eins zu eins in Umsatz umgerechnet werden können: Stornierungen sind bis kurz vor Release in mehreren Fällen noch möglich. Sowohl die „physischen“ Versionen als Download-Code – etwa bei Händlern wie Amazon, Otto und MediaMarkt – als auch digitale Ausgaben lassen sich je nach Store bis wenige Tage vor dem Launch zurückziehen: Im Xbox Store sind es bis zu 10 Tage vorher, im PlayStation Store bis zu 14 Tage. Ausnahmen gelten nur dann, wenn sofort nutzbare digitale Extras freigeschaltet werden oder wenn der Download der Spieldaten bereits gestartet wurde.

Auch die Konsolenbasis spielt in der Erwartungskalkulation eine Rolle. Take-Two stützt sich laut den vorliegenden Erläuterungen auf die „installed base“, also auf die seit 2020 abgesetzten Konsolen. Für die PlayStation 5 zeichnet sich bis Jahresende die Annäherung an die 100-Millionen-Marke ab. Für Xbox Series X und Series S gibt es dagegen nur Hochrechnungen, keine offiziellen Zahlen.

Während Zahlen zur Nachfrage also bewusst offen bleiben, steht schon der nächste große Auftritt im Kalender: Ein Netflix-Special mit einem rund 20-minütigen „Extended Look“ wird am Abend des 27. August weltweit freigeschaltet – damit während der laufenden Gamescom. Der Stream startet um 21 Uhr deutscher Zeit exklusiv bei Netflix, das auf mehr als 300 Millionen Abonnenten kommt. Sechs Stunden später soll das komplette Material auch frei auf YouTube verfügbar sein.

In der Zusammenarbeit sind bereits konkrete Überschneidungen sichtbar. Netflix führt im Games-Portfolio Take-Two-Marken wie Red Dead Redemption und WWE 2K 25. Außerdem zählt Sony PlayStation zu den engsten Partnern im Rahmen der laufenden Marketingkampagne. Auf dem Gamescom-Gelände selbst sind allerdings weder Take-Two noch Rockstar Games noch Netflix mit einem eigenen Stand vertreten – ein Umstand, der die Erwartung an das Medienecho rund um den 27. August eher verstärkt. Schließlich ist es laut den Planungen der Tag, an dem erstmals „echtes“ Bewegtbild aus dem laufenden Spiel zu sehen sein soll.

Release-Fenster und Preisrahmen: Grand Theft Auto 6 erscheint am 19. November für PlayStation 5 sowie Xbox Series X|S. Die Listenpreise starten bei 80 Euro; die „Ultima Edition“ liegt bei 100 Euro. Details und weitere FAQ-Informationen sind zum Zeitpunkt des Vorverkaufs über die jeweiligen Produktseiten hinterlegt.

Marcus Chen is a gaming journalist and industry reporter with more than 10 years of experience. He covers releases, announcements, and trends across PC, PlayStation, Xbox, and Nintendo, and keeps a close eye on the indie scene and esports. Previously an editor at several gaming publications, he now writes news, reviews, and breakdowns of major industry moments—from big showcases to updates on popular titles. His work is aimed at players who want a clear, fast read on what happened and why it matters.