AMD Radeon RX 9050 Test Results Emerge After No Press Sample, Says Hardware Unboxed
AMD hat die Radeon RX 9050 im Handel platziert, ohne Pressetermine, ohne reguläre Testmuster und zunächst ohne Start in Europa. Erste Ergebnisse aus einem westlichen Benchmark-Test kamen dennoch zustande – allerdings nur, weil ein unabhängiger Kanal die Karte über inoffizielle Wege erhielt. In den Messwerten landet die RX 9050 zwar bei 49 FPS in Full HD, bleibt im Vergleich zur Radeon RX 7600 aber klar zurück und wirkt damit vor allem für Käufer mit engem Budget wenig attraktiv.
Offizieller Launch ohne Testmuster – nur ein Bericht als Orientierung
Die Radeon RX 9050 wurde Ende Juli 2026 in den Handel gebracht, ohne begleitende Pressemitteilung. Auch Testkarten wurden nicht bereitgestellt, und ein europäischer Marktstart blieb zunächst aus. Wer wissen wollte, was die kleinste RDNA-4-Grafikkarte in der Praxis leistet, hatte zuvor nur auf einen einzelnen Testbericht aus Japan als Richtwert warten müssen.
Mittlerweile liegen jedoch die ersten Messungen aus einem westlichen Testlabor vor. Diese Ergebnisse wurden möglich, weil ein australischer Kanal die Grafikkarte nicht über den offiziellen Vertriebsweg erhielt.
Hardware Unboxed bekam keine Muster – Partner sollen sie blockiert haben
Der beteiligte australische Kanal berichtet, dass weder AMD noch ein Boardpartner ihm eine Radeon RX 9050 zur Verfügung gestellt habe. Stattdessen habe AMD Partner demnach angewiesen, keine Karten an unabhängige Tester herauszugeben.
Trotzdem gelang es, eine Karte über „side channels“ zu organisieren. Dabei wurden strikte Bedingungen gesetzt: Es sollten keine Aufnahmen der Grafikkarte, keine Bilder der Verpackung und keine Nennung des Boardpartners gezeigt werden. Dass ein Benchmark ohne jegliche Bilddokumentation des Testobjekts veröffentlicht wird, ist in der Hardware-Berichterstattung ungewöhnlich.
Zusätzlich erschwerte die regionale Vermarktung den Zugang. AMD nannte als Startmärkte ausschließlich Asien-Pazifik, Japan und Lateinamerika. Australien und Korea blieben laut dem Kanal dabei trotz Zugehörigkeit zur APJ-Region außen vor – wodurch selbst ein regulärer Weg über Handel oder ein von AMD bereitgestelltes Testmuster wegfiel.
Benchmark-Ergebnis: 49 FPS in Full HD, 33 FPS in WQHD
In einem Testparcours über mehr als zehn Spiele erreicht die Radeon RX 9050 laut den veröffentlichten Messwerten 49 FPS in Full HD und 33 FPS in WQHD.
Der entscheidende Vergleich fällt dabei ernüchternd aus: Die ältere Radeon RX 7600 liegt in Full HD um 22 Prozent vorn. In WQHD schrumpft der Abstand, weil beide 8-GiB-Karten auf ähnlicher Speicherausstattung basieren und bei 33 FPS enden. Die Radeon RX 7600 erreicht in WQHD hingegen 35 FPS.
Aus der Sicht des getestenden Kanals ergibt sich daraus vor allem ein Blick auf Alternativen: Wer preisbewusst kauft, soll eher den Gebrauchtmarkt prüfen, Intels Arc B580 in Betracht ziehen oder bis zur Radeon RX 9060 XT sparen.
Technik: 16 Compute Units, 8 GiB GDDR6 und 92 Watt
Beim aktivierten Chip-Setup schaltet die Radeon RX 9050 nur 16 der 32 Compute Units des bekannten RDNA-4-Grafikprozessors (genannt „Navi 44“) frei. Damit nutzt sie exakt die Hälfte der Shader-Einheiten im Vergleich zur Radeon RX 9060 XT. Übrig bleiben 1.024 Shader-Einheiten sowie 16 Raytracing- und 32 KI-Beschleuniger. Der Infinity Cache wird mit 32 MiB vollständig geführt.
Beim Speicher setzt die Karte auf 8 GiB GDDR6 mit 18 Gbps über ein 128-Bit-Interface. Daraus ergibt sich eine Bandbreite von 288 GByte/s. Die typische Boardleistung (TDP) beziffert AMD auf 92 Watt.
Der Kanal ordnet die Karte zudem als niedrigere Selektionsstufe von Navi-44-GPUs ein, die die Vorgaben der größeren Radeon-Variante nicht erfüllen. Eine Bestätigung durch AMD liegt jedoch nicht vor – entsprechend bleibt diese Einordnung ohne offizielle Stellungnahme eine Arbeitshypothese.
Auch eine 4-GiB-Version: OEM-Karte für Komplett-PCs
Neben dem 8-GiB-Modell existiert eine Radeon RX 9050 mit 4 GiB, die nicht in den regulären Einzelhandel kommt. AMD hat bestätigt, dass diese Version für ein bestimmtes Partnersystem entwickelt wurde: den CyberPowerPC „Gamer Master“, der über die E-Commerce-Plattform Best Buy verkauft wird.
Mit der halbierten Speicherkapazität sinkt auch das Speicherinterface von 128 auf 64 Bit. Dadurch reduziert sich die Bandbreite von 288 auf 144 GByte/s. Da beide Varianten denselben Namen tragen, bleibt Käufern von Komplett-PCs die Unterscheidung über die genaue Konfiguration überlassen.
Deutschland bleibt vorerst außen vor – gleichzeitig steigen RDNA-4-Preise
In Deutschland wird die Radeon RX 9050 zunächst nicht verkauft. Treiber-Support wird laut Bericht dennoch ab der Adrenalin Edition 26.7.1 bereitgestellt. Als unverbindliche Preisempfehlung werden 279 US-Dollar genannt, während der getestende Kanal höchstens etwa 200 US-Dollar als angemessen betrachtet.
Für die Preisentwicklung ist zudem relevant, dass AMD seinen Boardpartnern für August einen Aufschlag von mindestens zehn Prozent auf das „GPU- und Grafikspeicher-Kit“ angekündigt hat. Das soll sich bereits in Preisvergleichen niedergeschlagen haben: Die Radeon RX 9070 XT startete am 31. Juli bei rund 669 Euro und lag nur zwölf Tage später um 30 Euro höher. Inzwischen kostet das RDNA-4-Flaggschiff mindestens 709 Euro.
Für Einsteigerkarten bedeutet das laut der Diskussion einen ungünstigen Effekt, weil GDDR6 dort einen überproportionalen Anteil an den Herstellungskosten ausmacht.
Was Käufer jetzt beachten sollten
- Der veröffentlichte Test kommt auf 49 FPS in Full HD und setzt die RX 9050 damit grob im Bereich von etwa 20 Prozent hinter der GeForce RTX 5050 und der Radeon RX 7600 ein.
- Deutsche Käufer können die RX 9050 vorerst nicht regulär erwerben; falls sie später verfügbar wird, sollte besonders auf Preis und Abstand zu stärkeren Alternativen geachtet werden.
- Bei Komplett-PCs ist Vorsicht bei der Speicherausstattung geboten: Die OEM-Variante mit 4 GiB ist deutlich schwächer und nutzt ein halbiertes Speicherinterface.
AMD-Statement steht aus
Ob AMD den Vorgang oder die Angaben des getestenden Kanals kommentiert, bleibt offen. Eine offizielle Stellungnahme zu den veröffentlichten Messwerten liegt bislang nicht vor.


