AMD-SB-7064 TPM Fixes: PCGH Tests BIOS Updates for 42 Ryzen Mainboards
AMD hat mit dem Security Bulletin AMD-SB-7064 zwei neue TPM-2.0-Sicherheitslücken offengelegt, die auf vielen aktuellen und älteren Ryzen-Plattformen relevant sind. Obwohl die Schwachstellen nur mit erhöhten lokalen Rechten ausnutzbar sind, raten die Hinweise zum Einspielen passender BIOS- und Firmwarestände – und ein aktueller Abgleich zeigt, dass der Rollout je nach Mainboard noch nicht überall abgeschlossen ist.
Welche Lücken AMD meldet
Die Veröffentlichung erfolgte erstmals am 11. August 2026. AMD beschreibt darin zwei Probleme in Verbindung mit TPM 2.0, die in vielen Systemen sowohl ältere als auch neue Generationen betreffen können. Die beiden Schwachstellen tragen die Kennungen CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727 und werden mit CVSS-Werten von 8,5 beziehungsweise 8,3 als „High“ eingestuft.
Wichtig: AMD betont, dass die gemeldeten Fehler nicht aus eigenem AMD-Code stammen. Beide CVEs werden als „non-AMD“ bezeichnet und betreffen Referenzcode für TPM 2.0 der Trusted Computing Group – auf dem auch Firmware-TPMs (fTPM) basieren, die auf AMD-Plattformen genutzt werden.
Angriffe sind nicht auf ein Betriebssystem beschränkt
Die Schwachstellen sind nicht auf Windows beschränkt. Da es um die TPM-2.0-Implementierung und damit um fTPM-Firmware geht, gilt das grundsätzliche Risiko unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Linux-Installationen können daher ebenfalls betroffen sein, sofern TPM aktiviert ist. In der Praxis bedeutet das: Wer TPM nutzt, sollte die BIOS-Updates seiner Mainboardhersteller zeitnah einplanen.
Großes Ryzen-Spektrum betroffen
AMD nennt ein ungewöhnlich breites Portfolio an betroffenen Geräten. Dazu zählen Desktop-Prozessoren der Ryzen-Serien von 3000 bis 9000, zahlreiche mobile Ryzen-Modelle sowie Ryzen AI 300 und 400, Ryzen AI Max, Threadripper und auch die Handheld-Chips Ryzen Z1 und Z2.
Eine direkte Fernausnutzung aus dem Internet beschreibt AMD jedoch nicht. Stattdessen setzen beide CVEs lokalen Zugriff mit bereits erhöhten Rechten voraus – ein entscheidender Unterschied für die Alltagsgefahr.
Was die zwei CVEs konkret ermöglichen
CVE-2026-6726 bezieht sich auf die Vertrauenswürdigkeit von TPM-Schlüsseln und Attestierungen. Unter den von AMD genannten Voraussetzungen könnte ein Angreifer mit erhöhten lokalen Rechten einen manipulierten TPM-Schlüssel erlangen und danach TPM-2.0-Attestierungen fälschen.
CVE-2026-6727 betrifft dagegen einen Timing-Side-Channel bei der RSA-OAEP-Entschlüsselung. Durch messbare Unterschiede im zeitlichen Verhalten könnte ein Angreifer verschlüsselte Daten rekonstruieren oder TPM-Attestation-Keys verfälschen. Auch hier nennt AMD erhöhte lokale Rechte als Voraussetzung.
AMD ordnet TPM in diesem Kontext als Vertrauensanker und geschützten Speicher für kryptografische Schlüssel sowie Systemzustände ein. Zu den typischen Einsatzfeldern zählen unter anderem BitLocker und Windows Hello. Da für einen Angriff jedoch bereits ein kompromittierter Zustand mit lokalen Admin-Rechten nötig wäre, ist eine hohe Alltagsauswirkung nicht automatisch gegeben.
Wie weit sind BIOS-Fixes schon verfügbar?
AMD liefert für einzelne Plattformfamilien konkrete Mitigations über Platform-Initialization-Versionen. Bei Ryzen 3000 für Desktop nennt AMD unter anderem ComboAM4PI 1.0.0.11. Für Ryzen 4000 und 5000 wird ComboAM4v2PI 1.2.0.12 als relevanter Stand genannt. Für AM5 nennt AMD mehrere Pfade, unter anderem ComboAM5PI 1.2.0.3k und 1.3.0.1b.
Ein Abgleich von 42 AM4- und AM5-Mainboards zeigt: Viele Hersteller haben passende Firmwarestände bereits verteilt. Für 27 der geprüften Modelle ist ein BIOS verfügbar, das den von AMD genannten Firmwarestand enthält. Bei 15 Boards steht das Update noch aus.
Die Abdeckung ist dabei besonders hoch auf AM5: Dort sind 23 von 25 getesteten Modellen bereits versorgt. Auf AM4 fehlen noch 13 passende Stände. Unter den noch ausstehenden AM5-Fixes nennt der Abgleich insbesondere die Modelle NZXT N7 B650E und NZXT N7 B850.
Zusätzlich wird erläutert, dass ComboAM4v2PI 1.2.0.12 für Ryzen 4000/5000 relevant ist. Viele ältere B350-, B450- und X370-Modelle liegen demnach noch darunter, während bei Ryzen 3000 abweichende Firmwarevorgaben gelten.
Ryzen AI: fTPM und Pluton werden getrennt betrachtet
Bei neueren Ryzen-AI-Plattformen unterscheidet AMD in der Mitigation zwischen Firmware-TPM und Microsoft Pluton. Für Ryzen AI 300 nennt AMD bereits fTPM-Firmwarestände aus Mai und Juni. Für die Pluton-Mitigation nennt das Bulletin dagegen weiterhin August 2026 als geplanten Zeitraum. Ähnlich wird es für Ryzen AI 400 und Ryzen AI Max 300 eingeordnet.
BitLocker vor Firmware-Updates beachten
AMD empfiehlt, vor BIOS-, UEFI- oder TPM-Firmwareupdates sicherzustellen, dass bei aktivierter Laufwerksverschlüsselung der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel verfügbar ist. Microsoft rät in diesem Zusammenhang dazu, BitLocker beim Update vorübergehend auszusetzen, um beim Neustart das erneute Abfragen des Wiederherstellungsschlüssels zu vermeiden. Die Inhalte auf dem Laufwerk werden dabei beim Aussetzen des Schutzes nicht entschlüsselt.
Rollout: Nicht zwingend sofort nach Bulletin
AMD fordert Nutzer auf, die BIOS- und Firmwareupdates der jeweiligen Geräte- oder Mainboardhersteller einzuspielen. Ein Update, das erst nach dem 11. August 2026 veröffentlicht wird, sei dabei nicht zwingend erforderlich: Der Mainboard-Abgleich zeigt, dass mehrere relevante Firmwarestände bereits Wochen vor Veröffentlichung des Security Bulletins ausgeliefert wurden.
Wer genau gemeldet und wie die Lücken entdeckt wurden
AMD hat die gemeldeten Probleme untersucht und bestätigt, dass die betroffenen fTPMs auf den eigenen Plattformen betroffen sind. Die Schwachstellen wurden an die Trusted Computing Group gemeldet – und zwar von Sicherheitsforschern eines Wettbewerbers, namentlich Intel. Das zugehörige Bulletin wurde am 11. August 2026 erstmals veröffentlicht.
Kurzer Überblick
- AMD bestätigt zwei TPM-2.0-Schwachstellen (CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727) mit CVSS 8,5 und 8,3 für viele Ryzen-Systeme.
- Beide Angriffe erfordern lokalen Zugriff mit bereits erhöhten Rechten; eine Fernausnutzung aus dem Internet wird nicht beschrieben.
- Ein Abgleich von 42 AM4/AM5-Mainboards zeigt: 27 Modelle haben bereits passende BIOS-Firmwarestände, 15 warten noch – darunter 13 AM4 und zwei genannte AM5-Modelle.


