Unwinder Brings GPUProbe Plugin Beta to MSI Afterburner With New Sensors
Alexey Nicolaychuk, bekannt in der Szene als „Unwinder“, hat sein GPUProbe-Plugin, das ursprünglich 2006 für RivaTuner entstand, wieder in den Fokus gerückt: Am 6. August kündigte er den Schritt in Richtung MSI Afterburner an, nur zwei Tage später tauchte eine Beta-Version auf, die GPU-spezifische Sensoren und zusätzliche Tools für die Kurvenbearbeitung mitbringt. Damit rückt auch die seit der RTX-5000-Diskussion um einen fehlenden Hotspot-Sensor entfachte Frage nach „undokumentierten“ GPU-Registerwerten wieder näher an die Praxis – allerdings mit klaren technischen Voraussetzungen.
Was GPUProbe in MSI Afterburner ermöglicht
GPUProbe ist als Textskript ausgelegt. Anwender definieren in einer Konfigurationsdatei, welche GPU-Register ausgelesen werden sollen und wie die Rohdaten in nutzbare Werte umgerechnet werden. MSI Afterburner übernimmt diese Ergebnisse anschließend als „gewöhnliche“ Sensoren für Monitoring und OSD – dadurch wird die GPU-Analyse deutlich breiter, aber nicht „magisch“.
- GPUProbe misst nicht „neu erfundene“ Daten: Es macht vorhandene Sensoren und Messpfade sichtbar.
- Wer die Werte sehen will, braucht die passende Hardware-Bestückung, die die relevanten Sensoren bzw. Messbausteine auf der Platine enthält.
- Die Beta bringt außerdem die bereits angekündigte Heatmap für den Kurven-Editor mit.
Welche Hardwarezugriffe GPUProbe nutzt
Der entscheidende Unterschied zur alten RivaTuner-Version liegt im Zugriff: GPUProbe kann in der Afterburner-Fassung nicht nur MMIO („Memory-Mapped I/O“) nutzen, sondern zusätzlich Geräte an den I2C-Bussen der GPU ansprechen. Die 2006er RivaTuner-Variante blieb auf MMIO beschränkt.
- MMIO-Zugriff: direkte Auslesung bestimmter GPU-Register.
- I2C-Zugriff: Zugriff auf Bausteine auf der Platine, deren Messwerte der Grafiktreiber normalerweise nicht nach außen gibt.
Damit verschiebt sich die Grenze für „was geht“ von der reinen Software-Fähigkeit hin zur Bestückung der Grafikkarte.
So nutzt ihr die mitgelieferten Beispielskripte
Im Beta-Paket sind zwei Beispielskripte enthalten. Sie zeigen, wie unterschiedlich GPUProbe je nach Grafikkarte und Zielbereich angesetzt werden kann.
- NVGPU.cfg: erweitert auf Ampere, Ada Lovelace und Blackwell unter anderem Kanäle wie SYS_TSENSE sowie GPU_OFFSET_MAX und GPU_OFFSET_AVG. Zusätzlich werden Temperaturwerte einzelner Speicherbausteine adressiert.
- ROGAstral.cfg: fokussiert den umstrittenen 12VHPWR-Stromanschluss und dessen Monitoring.
12VHPWR je Pin überwachen und bei Auffälligkeiten reagieren
Mit ROGAstral.cfg liest GPUProbe über einen ITE-Überwachungschip (IT8915FN) Spannung und Strom aller sechs Stromleitungen des 12VHPWR-Steckers einzeln aus. Daraus erstellt das Plugin einen binären Alarmsensor:
- Alarm bei mehr als 12 Ampere auf einem einzelnen Pin.
- Alarm bei einer Differenz zwischen zwei Pins von mehr als 5,5 Ampere.
MSI Afterburner kann diesen Alarm anschließend nutzen, etwa um das Power-Limit abzusenken oder den Rechner herunterzufahren, wenn der Zustand fünf Sekunden anliegt.
Im Alltag gilt laut Beschreibung vor allem der zweite Schwellwert: Ein einzelner Pin nahe 12 Ampere sei unter Volllast selten ein dauerhaftes Problem, eine anhaltende Schieflage zwischen den Leitungen hingegen kann auf einen schlecht sitzenden Stecker oder eine beschädigte Ader hindeuten.
Anmerkung: Asus warnt bereits ab 9,2 Ampere pro Pin in GPU Tweak III, greift aber nicht automatisch ein.
Warum das Skript nicht auf ein MSI-Netzteil angewiesen ist
Nicolaychuk beschreibt die Konfiguration als Nachbau der Schutzlogik von GPU Safeguard+. Mehrere Berichte ordneten diese Technik Asus zu; tatsächlich stamme sie aber von MSI, sei auf der CES 2026 vorgestellt worden und benötigte bislang Messwerte aus Netzteilen der Reihen MEG Ai1x00 oder MPG Ai1x00TS, weil dort die relevanten Informationen herkommen.
GPUProbe holt die Logik nach Ansicht des Entwicklers stattdessen direkt von der Grafikkarte selbst.
Wichtig: MMIO-Freigabe bleibt bei aktuellen GPUs ein Thema
MSI Afterburner gibt direkten MMIO-Zugriff laut den Angaben im Paket standardmäßig nur für ältere Nvidia-Architekturen bis einschließlich Tesla frei. Für Ampere, Ada oder Blackwell muss die Sperre über die Datei RTCore.cfg aufgehoben werden.
Eine Beta-4-Änderung nimmt dabei etwas Arbeit ab: Das Programm deaktiviert den Pfad für Low-Level-Monitoring bei unbekannten Architekturen inzwischen selbst, wodurch der bisher nötige Eingriff im GPU-Profil entfällt. Unklar bleibt dabei jedoch, wodurch dieser Umweg bisher ausgelöst wurde.
Zudem gilt weiterhin:
- Hotspot- und Speichertemperaturen stellt Nvidia nur über die eigene Software frei.
- MSI Afterburner ist dabei an NVAPI gebunden.
- Fehlen Shunt-Widerstände pro Pin auf der Platine, lässt sich der Stromwert per Software-Update nicht „nachreichen“.
Beta-Status, Versionen und Downloadlage
Der Entwickler verteilte GPUProbe in einer Beta-Form über den X-Kanal angekündigt am 6. August. Zwei Tage später setzte die Szene nach: Guru3D übernahm die Beta 4 als Build 17439, die außerdem die Heatmap für den Kurven-Editor mitliefert.
Parallel dazu zeigte die reguläre Downloadseite am 11. August 2026 weiterhin Beta 3 als Build 17352 vom 19. Juni 2026. Im Paket steckt zudem der RivaTuner Statistics Server in Version 7.3.8 Beta 1.
Ob GPUProbe am Ende in eine finale Afterburner-Version (genannt wird 4.6.7) übergeht, soll laut früheren Aussagen Nicolaychuks auch von den Vereinbarungen zwischen MSI und Nvidia abhängen.
Für wen das praktisch relevant ist
- GPUProbe kann bislang verborgene Temperatur-, Spannungs- und Stromwerte in MSI Afterburner nutzbar machen – sofern die Grafikkarte die nötigen Sensoren und Messbausteine besitzt.
- Bei unterstützten Karten wie der Asus ROG Astral ist eine Überwachung der 12VHPWR-Stromverteilung pro Leitung möglich, inklusive automatischer Reaktionen über Afterburner.
- Für Ampere, Ada und Blackwell bleibt die MMIO-Freischaltung zunächst manuell erforderlich; außerdem ist offen, wie weit sich die Beta-Funktionalität in eine finale Afterburner-Version übernimmt.


